Kasuistik 1

Kurzanamnese und therapeutischer Verlauf

Der 36-jährige Patient mit schizodepressiver Störung gibt an das Leben sei sinnlos, die Müdigkeit, Niedergeschlagenheit und das Stimmen hören seien unerträglich. Es überwiegen regressive Aspekte mit zwanghaftem Grübeln über den Tod. Der Patient wächst mit seinem Bruder und seiner Schwester in der Ursprungsfamilie auf. Beide Eltern sind mittlerweile verstorben, besonders den Tod der Mutter verkraftet der Patient nicht, das Verhältnis zu seinem Vater war auf Grund dessen Alkoholproblematik angespannt. Patient hat auf einer technischen Oberschule maturiert und war einige Jahre in der Automobilindustrie tätig. Nun befindet er sich im Invalidenstatus, ist alleinstehend und wurde uns von der Psychiatrie zugewiesen. In der Therapie werden zunächst soziale Fertigkeiten (z.B. Blickkontakt halten) und soziale Kompetenzen in der Gruppe nach dem standarisierten Programm von Roder et. al. aufgebaut (Integriertes psychologisches Therapieprogramm für Schizophrene Patienten). Im Einzelgespräch geht es um den Aufbau von Aktivitäten, Umgang mit den Stimmen und kognitive Interventionen zum Abbau depressiver Symptome. So lernte der Patient mittels eines Selbstbeobachtungsprotokolls zu positiven Ereignissen die negativen Sichtweisen zu minimieren. Er legte sich ein Reha-Rad zu, wurde dadurch mobiler und unternahm mehr Ausflüge in die Natur. Das Interesse an der Natur konnte vom Zimmerpflanzenhobby über das professionelle Bearbeiten eines Hausgartens bis hin zum Besuch und erfolgreichen Abschluss einer Land- und Forstwirtschaftlichen Fachschule zum Facharbeiter der Landwirtschaft ausgedehnt werden. Heute lebt der Patient weiters in unserer Einrichtung und arbeitet geringfügig in der Landwirtschaft. Medikamentös erhielt der Patient Seroquel 400mg, Leponex 250mg und Efectin 300mg.