Patientenbericht 1

Lehre zum Elektroinstallateur

Hans, folgende Fragen habe ich an dich...

Seit wann bis du schon im Neuland? Wie gefällt es dir hier?
Ich bin nun seit ungefähr 5 Monaten hier. Es gefällt mir recht gut. Bregenz ist eine schöne Stadt und ich komme mit den Leuten hier gut aus.

Was waren deine Probelme? Warum kamst du zu uns?
Muss ich das jetzt sagen? Ich kam hier her, weil ich psychische Probleme habe.

Was hat sich verändert seit dem du im Neuland bist?
Vieles hat sich zum Guten gewendet. Ich habe jetzt eine Arbeitsstelle, gehe in die Berufsschule, manage meine Zeit selber und kann menen Tag selber gestalten. Und mir geht es viel besser als vorher.

Hast du auch schon vorher gearbeitet?
Ja, ich habe immer als Ekektrohelfer gearbeitet. Allerdings wurde ich dann krank und habe dann in einem Projekt gearbeitet, wo man Holz geschnitzt hat.

Welche Aufgaben hast du in der Elektrofirma?
Ja da muss ich sehr viel machen: Elektroinstallationen, Warten von Geräten, Kundendienst, Bauarbeiten, ja und Messen und Prüfen, dass das Gebäude innerhalb der Elektronorm liegen.

Was gefällt dir? Was gefällt dir weniger?
Es gibt eigentlich wenig, das mir nicht gefällt, es ist alles interessant.

Wie ist das Betriebsklima? Wie kommst du mit dem Chef und den Kollegen aus?
Mit dem Chef selber habe ich wenig Kontakt, aber wenn ich mit ihm gesprochen habe, war es recht gut. Und mit den anderen, dem Vorarbeiter und den anderen Mitarbeitern komme ich eigentlich gut zurecht.

Wie kommst du immer zur Arbeit (z.B. Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel, zu Fuss)?
Immer mit dem Fahrrad, ich brauche ca. 15-20 Minuten bis zur Arbeit.

Wie viele Stunden arbeitest du in der Woche? Bist du mit deinen Arbeitszeiten zufrieden?
Ja, ich arbeite von Montag bis Donnerstag 8 1/2 Stunden. Dafür haben wir dann am Freitag Nachmittag frei. Ja, so gefällt es mir, es ist gut aufgeteilt, v.a., dass man Freitag schon Mittag frei hat.

Bist du mit deinem Verdienst in der Elektrofirma zufrieden?
Ich bekomme ein normales Elektrikerlehrlingsgehalt im 3.Lehrjahr. Mit dem Geld bin ich zufrieden.

Wie erholst du dich am Wochenende von der Arbeit?
Ich erhole mich, in dem ich ausschlafe in der früh. Am Nachmittag mache ich dann gerne eine Fahrradtour.

Welche Ziele und Perspektiven hast du?
Mein Ziel ist es jetzt erst mal die Lehre abzuschließen.

Hans fällt dir noch was ein, was du gerne sagen möchtest?
Das Neuland hat mir viel gebracht. Es hat sich viel zum Guten gewendet, seitdem ich hier bin.

Hans, vielen Dank für das interessante Interview und alles Gute für die Zukunft.

 

 

 

Patientenbericht 2

Rehaauswertung der internen Dienste im Neuland

Seit dem 13.11.2006 führen wir ein neues Projekt in der 2.Wohnetage des Neulands durch. Unser Diplom-Psychologe hat ein verhaltenstherapeutisch orientiertes Konzept nach Roder/Brenner/Kienzle/Hodel (IPT Integriertes psychologisches Therapieprogramm für schizophrene Patienten, 4. überarbeitete Auflage, Materialien für die klinische Praxis, Beltz Psychologie Verlags Union) ausgearbeitet, mit welchem die Ausführung der Hausdienste und das Sauberhalten der einzelnen Zimmer genauer dokumentiert werden kann. Ziel ist es, die Ausführung der ,internen Arbeitstherapie' besser zu erfassen. Dies bringt u.a. folgende Vorteile mit sich:

Auswertung 2.Stock

Zum Beispiel hat Peter den Aufenthaltsraum (=Gemeinschaftsbereich) sehr sauber gehalten (PuG über 90%). Dies hat er weitestgehend selbstständig gemacht (S 89%). Das Aufräumen und Putzen des Zimmers hat Peter minimal schlechter gemacht (Pul 88%). Hierbei musste auch etwas mehr von den Betreuern aufgefordert bzw. angeleitet werden (S 78%).

Generell sind dies aber sehr gute Werte, so dass Peter stolz auf sich sein kann.

 

Neben den oben genannten Vorteilen wurde von den Betreuern - und auch Bewohnern - festgestellt, dass es im Stockwerk und in den Zimmern einfach sauberer und ordentlicher geworden ist. Außerdem haben wir den Eindruck, dass manche Bewohner nun die Dienste und das Sauberhalten des Zimmers nicht mehr so sehr als ,lästige Pflicht', sondern eher als ,ihre Aufgabe' sehen.

Aber was sagen die Bewohner selbst zu dem ,neuen System'? Exemplarisch haben wir Simon und Martin gefragt*: (*Bei den beiden hat die Zimmerhygiene vor der Pilotphase sehr zu wünschen übrig gelassen...).

 

Simon und Martin, was haltet ihr von unserem neuen Reha-Auswertungssystem?
Simon:
Im Prinzip, vom Grundgedanken finde ich es toll, aber irgendwie finde ich es auch komisch, dass jeden Morgen von den Betreuern jemand kommt und die Dienste und das Zimmer nach den Bewertungskategorien abnimmt. Aber das Ziel, dass wir die Dienste und Zimmer irgendwann selbstständig sauber halten, finde ich gut. Und ohne Kontrolle machen wir es schon etwas oberflächlich und wenn jemand ,draufschaut', machen wir es schon ,gehörig', würde ich meinen. Die Zimmer und das 2.Stockwerk wirken jetzt viel sauberer.

Martin: Ja, mir ist es gleich. Meine Bewertung ist eh ganz gut, deswegen finde ich das System auch gar nicht so schlecht. Für Leute, die schlechter bewertet werden, denen wird es wahrscheinlich nicht so passen. Sinnvoll ist es für euch* sicher, mir ist es eigentlich egal, obwohl ich mich jetzt schon wohler fühle, weil ein bisschen mehr Ordnung ist. Ich kann auch im Chaos leben, aber nur wenn es mein eigenes Chaos ist.

(*gemeint ist das Betreuungsteam)

Patientenbericht 3

Der Garten 2006

Das heurige Gartenjahr wurde soeben mit der Ernte der letzten Peperoni im alten Stiegenhaus und einigen nicht ganz ausgewachsenen Salatköpfen im Frühbeet, sowie der Ernte der letzten Petersilie verabschiedet. Zeit also, vor dem Anbruch des neuen Gartenjahres einen Rückblick zu machen. Zum größten Teil war es ein gutes Jahr, wenn auch nicht alles nach Plan verlief. Das Wetter war hauptsächlich im Frühling, aber auch im Sommer (erste Junihälfte, August) für den Garten oft nicht zuvorkommend. Durch den anschließenden schönen Herbst (September) konnte aber einiges wettgemacht werden, wenn auch durch die fortgeschrittene Jahreszeit nicht mehr alles herauszuholen war. Größtenteils blieb der Garten auch von Unwettern verschont, mit Ausnahme des Hagelschlags im Mai, der zum Glück "nur" die Gurkenpflänzchen zerstörte. Schäden gab es auch an den anderen Pflanzen, die sich aber wieder erholten.

 

Auf einer Gesamtanbaufläche von 21,35 m², einigen Kübelpflanzen (siehe Tabelle, nicht angegeben Basilikum, einige Sonenblumen, Maggikraut und eine Lupinie) und einigen Pflanzen in der Wiese (Tabelle) wurde die beachtliche Menge von 128,4 kg Gemüse (mit Obst um die 130 kg), sowie 24 Salatköpfe (+ die nicht ganz ausgewachsenen) und einige Kräuter geerntet. Wie man aus der Tabelle entnehmen kann, entfällt der Grossteil auf die Tomaten mit 37,7 kg, die Zucchini mit 29,9 kg und die Gurken mit 23,85 kg. Weiters wurden Buschbohnen, Melanzanen, Peperoni, Spinat, Fenchl, Ronen, Zwiebeln und eine Kohlrabi geerntet. Viel Petersilie, etwas Schnittlauch und andere Kräuter (Majoran, Oregano, Thymian, Salbai, Zitronenmelisse, Basilikum, Maggikraut, Rosmarin, Lavendel) ob täglich frisch vom Garten geholt oder getrocknet bzw. eingefroren für den Winter aus unserem Kräutergärtchen, der absoluten Novität in diesem Jahr, runden die doch recht umfangreiche Vielfalt an Eigenbaugemüse und -kräuter ab.

Bescheiden im Vergleich die Obsternte bestehend aus Erdbeeren und einigen Johannisbeeren. Zu vermerken ist, dass bis auf 8 Salatpflanzen und einigen Kräutern alles aus dem Samen gezogen wurde (bereits im Vorfrühling auf der Fensterbank).

Sehr positiv auch die Blumensaison. Auf einem Beet der Größe von 8,2 m² blühten bereits zeitig im Frühjahr (ab März) die letzten Herbst gesetzten Zwiebeln für die Frühlingsboten. Ein Traum der Anblick des Meeres an blühenden Narzissen und Tulpen verschiedener Arten, sowie auch der Hyazinten. Die Schneeglöckchen und Krokusse wollten nicht so recht, weshalb ich dieses Jahr weitere Zwiebeln gesetzt habe. Den ganzen Sommer hindurch bis zum 1.Frost (noch nicht eingetroffen, blühen noch) blühte dann am gleichen Platz eine Vielzahl an Sommerblumen, also Begonien, Tagetes, Betunien, Verbena, Mannstreu, Zinnien, Kapuzinerkresse und einige Kurzblüher wie die Margeriste und die Fetthenne. Zum Abschluss wurde vor kurzem der Garten für das kommende Jahr startklar gemacht. (Lockerung des Bodens, Abräumungsarbeiten)

Seit Juli arbeite ich in Koblach (Manfred arbeitet dort) 2x die Woche beim Gemüsebiobauer. Nach den üblichen Startschwierigkeiten am Morgen finde ich die Arbeit doch sehr interessant, oft jedoch sehr anstrengend, hauptsächlich Sommer, da ist mir oft der Schweiß nur so heruntergeronnen. Das eine oder andere konnte ich dabei auch lernen, z.B. wie man was setzt, wie man Melanzanen ausgeizt oder allgemein wie das alles bei einem Profi läuft.

Sehr positiv ist auch das gemeinsame Essen mit viel Gemüse, zumeist fleischfrei. Als Entlohnung habe ich einige Male neben dem Essen noch ein kleines Taschengeld bekommen. Ein paar mal durfte ich zusätzlich einige Nüsse auflesen und mit nach Hause nehmen. Wenn es zeitlich geht, möchte ich die, für heuer vor kurzem eingestellte Arbeit, nächstes Jahr bereits im Frühling wieder aufnehmen. Auf das Frühlingserwachen und die kommende Gartensaison, die mit einigen Verbesserungen und Neuerungen (hoffentlich einen Kompostplatz und ein Kartoffelbeet, Erweiterung des Käutergärtchens?) verbunden sein wird, freue ich mich bereits.